Und man kann

Und man kann – Streitschrift wider der Coronamaßnahmen und was man gegen sie tun kann, darf und muss

Dieser Text ist für Dich nur geeignet, wenn du Maßnahmen wie Maskenpflicht und Social-Distancing für übertrieben hältst. Tust du das nicht, bist du hier falsch. Dann verstehst du es nicht. Mit „es“ ist dieser Text und das ganze Ganze gemeint.

„Ja, wir halten uns an die Maßnahmen. Da können wir nichts machen, tut uns leid.“ – Diese Sätze, wenn sie denn fallen, werden gerne gesprochen mit Bedauern in der Stimme. Oft klingt es falsch und ist es auch. Und überhaupt: Dann wäre es die höfliche Form, meist wird der Satz gezischt oder gefaucht.

Veranstalter, Gastgeber, Restaurants, Geschäfte u.v.m. weisen mit diesen Sätzen die Nachfrage ab, ob beim Masken-tragen und Abstandhalten Ausnahmen möglich seien. Oder auch auf den Hinweis, dass die Maßnahmen kompletter Schwachsinn seien.

„Da können wir nichts machen, tut uns leid.“ – da zuckt der Geschichtskundige, ist das doch einer der Sätze, die im Nationalsozialismus am häufigsten gesprochen wurde. Bei den Sowjets auch und bei Mao sowieso, unterstelle ich. Mit diesem Satz entlässt man Menschen auf Rampen oder in Güterwaggons. Löst dieser Vergleich Empörung bei dir aus? Bist du entrüstet, dass das nicht das gleiche sei? Sehr gut, ich bin es auch, entrüstet. Denn es ist das Gleiche, nur das Thema ist diesmal ein anders und es hat diese Eskalationsstufe „Rampe“ und „Waggon“ noch nicht erreicht. Kann ja noch werden. Meine Mutter – Jahrgang 33 – erinnert sich, dass es auch damals langsam angefangen hat.

Der obengenannte Satz ist sehr gefährlich, denn er klingt so verständnisvoll. In Wahrheit ist es bedingungslose Kooperation oder Kapitulation, je nachdem, ob man einverstanden ist mit dem was verlangt wird. Denn der Satz ist gelogen, er ist Verzweiflung im günstigsten Fall.

Man kann nämlich sehr wohl etwas machen, etwas sehr Wichtiges!

Zunächst: Was passiert da überhaupt? Mit „passiert“ meine ich, was geschieht mit den Menschen, mit der Psyche, dem Geist, der Gesellschaft?

Da sind diese Regeln die hochzweifelhaft bis mittelsinnlos sind: Masken, die nichts bringen, Abstände die unmöglich einzuhalten oder absurd in der Verwirklichung sind. Hygieneregeln und andere Dinge werden diskutiert und realisiert. Über die Details wie sehr und ob das schädlich oder sinnvoll ist, kann man trefflich streiten, egal jetzt. Auf jeden Fall ist da ein Missverhältnis zwischen Gefahr und Maßnahmen. Gleich davon. Der Verdacht liegt nahe, dass es in Wahrheit Gesslerhüte sind. Ihr erinnert euch? – Gesslerhut – Wilhelm Tell. Der Hut, vor dem man sich verneigen soll, damit man sich beugt.

Aber wie man es auch wendet oder dreht mit Corona, die Ursache, die Ansteckungsgefahr, das Virus steht in keinem Verhältnis zu den Maßnahmen und der Angst. Nicht? Nein. Der zweite bewusste Gedanke der Menschheit dürfte wohl gewesen sein, dass der Mensch sterblich ist. Das ist unangenehm und gefällt ihm bis heute nicht. Er verdrängt das gerne: Das Leben ist tödlich, besonders zum Ende hin und dieses Virus ist nur eines von vielen und keines was besonders tödlich ist, wie jede Statistik zeigt. Nur das Marketing dieser Infektion ist unglaublich geschickt. Wer das anzweifelt, dem ist nicht zu helfen, da er längst gefangen ist in dem, was in diesem Absatz beschrieben wird: Einer Neurose. Eine Neurose ist, wenn es eine Gefahr gibt, eine kleine Gefahr, die unverhältnismäßig große Angst und Maßnahmen auslöst. Das ist die Definition. Neurosen sind Teil und Produkt von Angstkaskaden. Alles wird immer schlimmer gefühlt, kurz gesagt. In Neurosen gefangen gelingt es dem Menschen nicht mehr Bedrohungen zu verifizieren, abzugleichen wie gefährlich etwas ist. Besonders schnell geschieht dies, ist man eh schon verwundet oder sieht Menschen um sich herum, die in dem gleichen Dilemma gefangen sind. Menschen brauchen andere Menschen, um ihre Gefühle zu justieren, abzugleichen was real ist und was nicht. Entzieht man ihnen das, beginnen sie verrückte Dinge zu tun. Sie werden orientierungslos, Ängste oder Wut breiten sich aus, denn sie sind verwirrt. Der Kompass fehlt.

Menschen brauchen Authentizität der anderen. Sie brauchen andere Menschen, die ausdrücken was sie fühlen, um für sich selbst zu justieren, was vernünftig, und was unvernünftig ist. Nur sehr bewusste Menschen, Buddhas im Geiste mindestens, können das aus sich selbst heraus.

Masken-Tragen, Abstände einhalten und allumfängliche Mantras vorbeten, um und über eine Gefahr sind das perfekte Szenario Neurosen auszulösen. Auch weil sie hinterlistig in das somatische System eingreifen, weil die lebenswichtige Nähe, das Lesen der Gesichter so elementar, die Angst vor Ansteckung so unsichtbar ist. Das wirkt subtil. So bringt man massenhaft Menschen dazu absurde Dinge zu tun, sich an Regeln zu halten, die sie gesund und ohne Gefahr, nie akzeptieren würden.

Totalitäre Herrschaftssysteme nutzen das dann und wann. Auch ist es eine übliche Methode Themen in Gesellschaften zu platzieren. Immer wenn eine Sau durch ein Dorf getrieben wird, wie man umgangssprachlich sagt, wird eine Neurose inszeniert; die allerdings bereits geplatzt ist, wenn man sie als Sau im Dorf erkennt. Hin und wieder geraten Neurosen außer Kontrolle. Beim Individuum, wie auch bei einer Gesellschaft. Das ist verheerend.

Zu der Gruppe der Neurotiker zählt gerne einer mehr als man denkt, nämlich man selbst. Es ist sehr schwer, seine Neurose zu erkennen und die einer Gesellschaft sowieso, sind die anderen von der gleichen Krankheit befallen. Die Unsichtbarkeit ist systemimmanent. Und schwer zu behandeln sind Neurosen auch, wie jeder Psychiater berichten kann. Die letzte gravierende, außer Kontrolle geratene Massenneurose wurde in diesem Land beendet am 8.Mai 1945 mit einer Schocktherapie ohne Friedensvertrag. So hart kann das Erwachen aus Neurosen sein.

Das verwerfliche an der Corona-Situation Stand September 2020 ist, dass niemand fragt, ob der Preis der Maßnahmen im Verhältnis zu ihrem Nutzen stehen. Was ist schädlicher? Natürlich sind die Maßnahmen die bessere Wahl, sagt der, der in der Neurose gefangen ist. Der andere sagt das eher nicht, doch der Neurotiker kann das nicht verstehen. Er ist blind vor Gefahr, die so nicht ist. Er verwechselt Angst mit Bedrohung, was der Kernfehler der Neurose ist.  

Viele Menschen aber – viel mehr als man denkt – durchschauen das, oder sie ahnen es. Und da, genau an dieser Stelle ist die Chance den Kreislauf zu durchbrechen. Es ist ganz einfach, dummerweise ist einfach sein sehr schwer:

Sei authentisch! Zeige, was du von dem Ganzen hältst und dazu denkst. Kämpfe dafür! Das ist ein kleiner Beitrag, aber er ist wichtig, damit – siehe oben – die anderen ihr Angstsystem justieren können. Sehen sie „oh, da sind noch mehr, die das für unangemessen halten. Ich bin gar nicht alleine, da hat mein Gefühl doch nicht so unrecht!“, so relativiert es sich. Da ist eine Möglichkeit zur Orientierung am Nachbarn, eine alternative Orientierung jenseits der Angst, eine die zum eigenen Gefühl passt und ein wenig der Angst fällt ab. Der Blick wird klarer, die Neurose weicht zurück im günstigsten Fall.

So ein bisschen die Regeln beugen, ein Augenzwinkern, ein „die Regeln sind bescheuert“, und viele Hinweise mehr geben dem in Angstkaskaden gefangenen einen Hinweis, dass es noch anderes als Angstkaskaden gibt. Außerdem wärmt es in der kalten Welt von Regeln, Gesetzen, Distanz und Faschismus.

Das ist ganz wichtig! Zeige was du denkst und fühlst dazu! Verstecke dich nicht hinter Masken, Floskeln oder Notwendigkeiten. Nicht jeder kann Revolutionär sein. Es ist kein Kamikaze verlangt. Es gibt starke Gründe sich an Regeln und Gesetze zu halten. Du willst deine Freiheit behalten, die Strafen sind hoch, deine Kinder würden geächtet, dein Betrieb ist in Gefahr und einiges mehr. Ziehe selbst deine Grenze wie weit du gehen willst mit der Opposition, aber ziehe sie und bleibe dann fest. Eigentlich wären hier aufrechte Männer gefragt, aber die wurden leider abgeschafft.

Nur ganz wenige sind so taff und aufrecht und verstoßen konfrontativ gegen Gesetze und Regeln, auch wenn das richtig ist manchmal. Wer, wenn nicht wir Deutschen sollte wissen, sollten tief verinnerlicht haben, dass Gesetze und Regeln zu hinterfragen sind. Immer! Das ist eine Pflicht. Sie zu brechen im Extremfall auch, sonst nimmt die Geschichte einen fürchterlichen Verlauf. Sei authentisch, zeige, wie du darüber denkst – das genügt. Wenn das viele tun, verliert die Massenneurose an Kraft und zerfällt zu dem was sie ist: Wahn.

Und zum Abschluss ein harter Satz: Tust du das nicht und nimmst alles klaglos hin – auf das klaglos kommt es an -, kooperierst du und zeigst nicht, wie du dazu denkst, sondern sprichst entschuldigende Sätze wie „Da können wir nichts machen, tut uns leid.“, so machst du dich schuldig an dem was kommt. Und wehe was kommt! Wir haben viel mehr Möglichkeiten als vor 70 Jahren. Wehe was da kommen kann und dann bist du schuldig daran. Ein bisschen mitschuldig. Kennen wir Deutsche ja.


Ein Gedanke zu “Und man kann

  1. Danke, dass ich hier lesen darf – was ich schon lange denke und auch schon öfter gesagt habe – aber nicht zu jedem…. Ja, das Mitläufertum nimmt wieder zu – die andern sollen mal… oder…. die werden schon wissen was richtig ist…. auf der ganzen Welt scheinen sie alles zu glauben, was ihnen nur oft genug berichtet wird…. aber wir Deutschen…. wir müssten es eigentlich besser wissen.

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