Weibliche Hingabe und Devotion

Heute denken wir wieder eimal fremd. Fremd-Gehen hat auch was für sich, schon, aber wir denken heute wieder einmal quer, und zwar so richtig, genau so, wie es hier auch sein soll. Wir tauchen ein kleines bisschen ab in den Bereich der menschlichen Sexualität und was der eigentlich mit weiblicher Hingabe und Devotion zu hat. Es geht ungewöhnlich zu und gar nicht konventionell, aber das sind Sie ja hier von uns schon gewohnt. Vergessen Sie alles politisch Korrekte, was Sie jemals über Sex gehört und gelernt haben, vergessen Sie alles, was Sie über Männer und Frauen denken: es stimmt nicht!

Aber keine Panik, wir denken hier nur einmal etwas anders. Vielleicht inspiriert es ja. Es tut auch gar nicht weh. Also noch nicht. Versprochen!

Hingabe und Devotion als Ausdruck weiblichen Seins

Hingabe ist die Essenz des weiblichen Seins und ganz nah mit der Devotion – der freiwilligen Unterwerfung verwandt.

Hingabe und Empfangsbereitschaft sind ur-weiblich. Das weibliche Prinzip strebt dahin, immer. Ist das weibliche Prinzip vorherrschend (meist in der Frau) strebt das Unterbewusstsein von ihr dahin. Die Frau sucht nach Möglichkeiten zu empfangen. Aufzunehmen. Sich ihrer Empfangsbereitschaft hinzugeben. Das weibliche Prinzip funktioniert deshalb oft und gern über Devotion. Devotion bedeutet Unterwerfung und Hingabe an das was kommt. An das was es zu empfangen gilt. Empfängt eine Frau all das was sich in ihr zeigt, nimmt sie es an und auf, ist sie vollkommen mit sich und der Schöpferkraft verbunden. Sie ist Schöpferin. Ganz aktiv. Denn sie nimmt und schafft Leben. In sich. Deshalb möchten die Frau empfangen. Denn dadurch erhält sie die Macht zu schöpfen. Das empfangen richtet sich zuerst auf ihr Innerstes: Emotionen, Wünsche, Empfindungen- gilt es aufzunehmen, anzunehmen, zu integrieren, um ganz zu sein. Das gilt auch für den Mann. Beide Prinzipien- männliches und weibliches sind in jedem Menschen aktiv. Nur mit unterschiedlicher Gewichtung. Der Mann wird vom männlichen Prinzip dominiert. Dennoch gilt es auch für ihn eine Brücke zu den eigenen Empfindungen, Bedürfnissen und Wünsch zu schlagen in sich selbst, und sich für diese zu öffnen und dieser anzunehmen. 

Die Frau sucht ganz in ihrer Energie nach Empfangen ausgerichtet Möglichkeiten dies zu tun. Frauen sind rezeptiver. Daher wissen sie auch nicht immer primär WAS sie GENAU wollen – es bleibt vage – denn ihr innerstes Will nicht etwas Spezifisches es will generell einfach aufnehmen. Das ist der diffuse Modus der frau: das suchen nach. Das wirkt sehr oft verwirrend für einen Mann, der das so nicht kennt. 

Wie hängt das nun mit der Devotion gegenüber einem Mann zusammen? 

Eine Frau findet Gefallen daran sich hinzugeben, weil es Ausdruck ihrer innewohnenden Macht ist. Hingabe ist ihr Mittel um Neues zu schaffen. Eine Frau kann mit Hingabe sehr viel erreichen, geht sie aus der Liebe und Hingabe raus wird sie hart und kalt. Denn ihre Lebensenergie, ihre Shakti lebt in der Hingabe. So kann es erfüllend sein, Hingabe in Verschiedenen Facetten zu erleben. Im Alltag aber viel mehr noch beim Sex. Hingabe ist das größte Geschenk, das eine Frau einem Mann machen kann. Öffnet sie sich für ihn – seine männliche Kraft zeigt sie sich maximal verletzbar und ausgeliefert, was aber eben ihre größte Stärke ist. Es ist zugleich ihr schärfstes Schwert. Ja zu sagen und anzunehmen. Darin liegt viel Macht – das muss verstanden werden. Ist eine Frau blockiert, fühlt sie sich hier schwach und minderwertig. Hat Angst und muss den Mann kontrollieren was er tut – sie kann nicht vertrauen – weil es kein Vertrauen nach innen in sich selbst – in das eigene empfangende Prinzip gibt. 

Eine starke Frau fordert das unter Umständen ein. Sie will sich unter Umständen so sehr hingeben, dass sie es gemeinsam mit dem Mann inszeniert durch ein Spiel in dem sie sich noch viel mehr erfahren kann darin. Das kann das Spiel mit Macht – Dominanz und Devotion sein. 

Die aktive Inszenierung von Dominanz und Devotion

Indem die Frau darum aktiv bittet dominiert zu werden, stärkt sie ihren weiblichen Pol – ihre weibliche Essenz. Die Frau bittet zum Beispiel explizit um Dominanz durch den Partner- oder auch einen Spiel-Partner. Es kann sein das die Frau in der Devotion aufgeht, weil es ihr Element ist. Gesellschaftlich verpönt, lieben es die meisten Frauen sexuell überwältigt- zumindest aber härter angefasst zu werden. Logisch, denn dann spüren sie sich ganz als Frau die sie sind. Im Spiel kann das auf die Spitze getrieben werden: die Frau (oder der Partner mit dem dominanten weiblichen Pol) unterwirft sich freiwillig dem Willen des Mannes: das hat nichts mit Missbrauch zu tun, denn die Frau tut dies freiwillig. Weil sie empfangen will und das spüren will. Sie will ihre Hingabe (er-)leben. Sich damit vollkommen verbinden, denn darin geht sie auf. Deshalb ist es sexuell für sie interessant. 

Aus demselben Grund kann es auch interessant sein für sie geschlagen zu werden. Was völlig verrückt anmutet, aber ich bin der Meinung, dass sie in einem gesetzten Rahmen mit festen Regeln die Aspekte der Devotion – der weiblichen Hingabe erfahren kann: Unterwürfigkeit, Masochismus, Hingabe, Leidensfähigkeit. Alle diese Aspekte sind in ihrer Polarität weiblich – das heißt aufnehmend, rezeptiv. Es kann also hoch befriedigend sein sich so zu erleben, weil sie sich mit ihrem innewohnenden Kern verbindet. Das Züchtigen und bestraft werden ist eine überspitzte Form männlicher Dominanz, die Manifestation des männlichen Prinzips. Es kann sehr inspirierend und erregend sein diese Kraft vom Mann zu erfahren. Auch wenn er grob ist, gewalttätig oder gar erniedrigend, oder demütigend. Zu verstehen ist die Polarität dahinter, die vollkommen wertfrei und frei von jeder Konvention ist: darum geht’s. Die Ausgestaltung dessen sind subjektive, völlig individuelle Vorlieben und auch von Prägungen abhängig. 

Zu verstehen ist, dass es um die Verbindung zur eigenen Essenz geht. Zur eigenen Polarität. 

Ist eine Frau lieber dominant- gibt auch sie sich in Liebe hin. Und zwar dem männlichen Prinzip in sich und gestaltet das aus, das ist ebenso vollkommen normal und gesund wie anders herum. Es ist alles Ausdruck ihrer Hingabe. So kann eine Frau einen Sklaven beschäftigen und ihn vollkommen achten, indem sie ihm das gibt was er von ihr will: Erniedrigung, Dominanz, Macht usw. 

Zu verstehen ist, dass es stets um Hingabe geht. Wer sich traut in den BD/SM-Bereich abzutauchen wird feststellen: kaum irgendwo ist die Hingabe zur eigenen Essenz präsenter als dort. Und meine Hypothese ist das es genau deshalb auch so ein reizvolles Feld ist für viele. Weil sich hier das männliche und weibliche Prinzip unverfälscht und (ohne gesellschaftlichen) Filter frei begegnen, erfahren und miteinander tanzen können. Das Erfahren von Jin und Yang. Von Shiva und Shakti. Von der Ganzheit, nach der wir alle unbewusst streben und nach der wir uns alle hin zurücksehnen.

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