Hannah Arendt – Die Banalität des Bösen

Als ich mir diese Doku angeschaut habe, ist es mir wie Schuppen von den Augen gefallen: Immer dann, wenn Ideologie (die Idee vom Wahren und Guten) und Meinungsmopnopol das Mitgefühl und die Empathie ersetzen, wird es brand-gefährlich. Denn dann kratzen wir an der Banalität des Bösen, was die Vereinfachung und Verflachung des Denkens meint in schnöde Denkkonstrukte von RICHTIG und FALSCH. Deshalb kommen Sätze zu Stande wie:

„ICH habe nur meinen Job gemacht!“

„Ich mache nur was mir vorgeschrieben wird!“

„Ich bin nicht verantwortlich für Folgeschäden vom Masketragen von Kindern!“

„Es ist nur zum Besten aller, die müssen sich halt alle besser an die Maßnahmen halten!“

Diese Doku zeigt, dass Deutschland zwar permanent den Nationalsozialismus zum Thema gemacht, aber wohl NIE im Kern erfasst hat, worum es im Faschismus eigentlich geht. Um die ENTMENSCHLICHUNG des Menschen zu Gunsten zweckrationaler Ideen. Dass die Ideologie des Nationalsozialismus nicht kuriert, sondern nur durch andere Ideologien (links-grüne Technokratie und digitaler Machbarkeitswahnsinn) ersetzt wurden! Nicht minder gefährlich, wie man momentan sehen kann und eine sehr gute Erinnerung daran was mit unserem Mensch-SEIN und unserem Miteinander geschieht, lassen wir uns von Machbarkeits-Ideen (TECHNOKRATIE) konsequent leiten.

By the Way: Das Grundgesetz wurde mal eben an einem einzigen Tag ausgehebelt, nämlich am 18.11.2020, ich weiß gar nicht, ob es jemand mitbekommen hat. Und wisst ihr wann es das letzte Mal in der Geschichte war als ein Gesetz an nur einem einzigen Tag in dem Tempo beschlossen wurde? 1933 war es, das Ermächtigungsgesetz.

Und deshalb zucken auch jetzt viele wieder müde mit den Schultern, sofern sie nicht betroffen sind. Vielmehr noch: Sie denunzieren, verleugnen andere Meinungen und anders Denkende. Es wird innerlich abgespalten und nicht gefühlt was Maßnahmen für den jeweils einzelnen Menschen bedeuten. For good AND for bad!

Hannah Arendt hat das sehr gut in ihrer Abhandlung „Von der Banalität des Bösen“ auf den Punkt gebracht. Die Empathielosigkeit des Menschen, das eigene Abtöten jeglichen Gefühls für den anderen Menschen, gepaart mit dem Glauben an eine einfache Idee, die alles andere ausschließt sind es, die den Wahnsinn möglich machen.

Es ist so banal wie einfach. Und deshalb stehen wir auch dieser Zeit wieder mitten drin: In der täglichen Begegnung mit der Banalität des Bösen. Wir berühren sie ständig in der Gefahr den ANDEREN nicht sehen zu wollen, nicht fühlen zu wollen, haben wir in aller Geschäftigkeit doch die Verbundenheit zu uns selbst verloren…

Und haben somit bei all dem Geschichtsunterricht schon wieder nichts dazu gelernt. Deshalb sind die Wachen nicht unbedingt immer die besonders Intellektuellen und Schlauen, vielmehr eher die, die im Herzen verbundenen! Sie fühlen „Da ist was falsch! Da bin ich nicht verbunden!“ Richtig so! Wer fühlt und spürt ist noch bei sich und mit sich verbunden und damit mit dem andern, dem NÄCHSTEN, und nicht in kalten vereinfachten Weltbildern gefangen, die ihm jegliches Gefühl für die Lebensrealität des anderen Menschen abschneiden. Die ihm die gefühlte Verwandtschaft zum Gegenüber nehmen.

Und damit jegliche menschliche Navigation, die sich Empathie nennt.

Banal. So dermaßen banal, dass ich lachen würde, wenn es nicht so verdammt traurig wäre…

Schaut euch die sehr aufschlussreiche Dokumentation an!

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2 Kommentare zu „Hannah Arendt – Die Banalität des Bösen

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