Am Kaffeetisch …

Die Kluft der politischen Ideologien, das Projekt Europa und Diversität

Ein Kommentar von Anna Lind

Schaut man sich dieser Tage die Nachrichten in den System-Medien und der freien Presse an, sticht es einem wieder einmal hart ins Auge: Die Schlagzeilen könnten nicht unterschiedlicher sein. Während diesseits von überschwänglichen Glückwünschen zur gewonnen US-Präsidenten-Wahl von Joe Biden berichtet wird, drehen sich die anderen im Sammeln von Fake-News und Beweisen, ob eines historischen Wahlbetruges.

Während die einen von Krawallen, Aggressionen und Ausschreitungen auf der gestrigen Leipziger Querdenken-Demo schreiben, berichten die anderen von einer erfolgreichen friedlichen Demonstration für Grundrechte, Frieden und Freiheit.

Während die einen von etwaigen zarten Vokabeln wie „Messerattacke in Wien“ Gebrauch machen, schildern die anderen von dramatischen Terror-Sezenen in Wien und Paris.

Weitere Beispiele können beliebig hinzugefügt werden, bildet nicht zuletzt das I-Tüpfelchen der fragwürdigen Berichterstattung der Leitmedien beim Thema Corona-Krise ein eindeutige Narrativ, was unter das Volk gegeben wird. Hingegen sich der abseitige Journalismus in kleinen digitalen Refugien anzusammeln scheint. Digitale Exile, so könnte man meinen und diese ein völlig anderes Bild zeichnen und man den Eindruck bekommt, die Menschen die die Berichte schreiben, leben in ganz unterschiedlichen Lebensrealitäten. Zudem es sich zuträgt, dass diese anderen Meinungen regelrecht mundtot gemacht werden, diese Nachrichten immer weiter zensiert oder gar gelöscht, die Berichterstatter sogar aus ihrem Exil in die Nicht-Existenz verbannt werden von YouTube Google und Facebook, etwaiger selbst ernannter „Fakten-Checke“ (Stichwort Cancel-Culture).

Corona ist bei den einen hoch gefährlich und bei den anderen eine Grippe. Bei den einen ist das Gesundheitssystem am kollabieren und bei den anderen alles fragwürdiges politisches Machtgebaren, vor dessen Karren man eine Mikrobe geschnallt hat, um Big Pharma reich zu machen.

Der Unterschied der Berichterstattung dieser beiden Lager (Massenmedien und freie Medien) könnte damit unterschiedlicher nicht sein. Ich beobachte sehr fein beide Seiten und wäge jeweiliges stets ab. Interessant ist für mich ist die Kluft der Wahrnehmung die sich zwischen den einzelnen Lagern abzeichnet. Sie könnte größer und unterschiedlicher nicht sein und es ist verwirrend, zwischen beiden hin und herumgeworfen zu werden. Zwischen immer neuen Fake-News, Lösch-Orgien und Populismus spielt sich der heutige Journalismus ab der mehr als ein Kampf der Ideologien und Meinungsmache rüber kommt als objektiver gute Journalismus.

Ich bin kein Trump-Fan, nein. Um Gottes Willen. Aber ich frage mich warum Donald Trump in den Massenmedien konsequent in schlechtes Licht gestellt wird, oder Demonstranten die friedlich für ihre Rechte auf die Straße gehen als Rüpel und Krawall-Macher hingestellt werden. Es scheint mir dass sich durch die Medien das abspielt was wir einen Informationskrieg um die richtige Meinung nennen und dass sich eine riesige Kluft, gar Abgründe, zwischen den einzelnen sich abzeichnenden Weltbildern auftut. Die Medien, und damit meine ich alle, sind nicht mehr in der Lage veritable Meinungen abzubilden.

Und das hat Gründe.

In meinen Augen liegen sich da zwei fundamentale Weltbilder in den Haaren. Zwei Selbstverständnisses, oder auch Werte stehen sich gegenüber und bekriegen sich was das Zeug hält: Zwischen Freiheit und Sicherheit. Zwischen Eigenverantwortung der einzelnen Bürgers und Abhängigkeit und Sicherheit. Zwischen Misstrauen in ein marode und korrupte erscheinendes System und Vertrauen in eben dieses, in dessen Institutionen und dessen allgemeinen Verlautbarungen und Utopien wie ein vereinigtes Europa. In das System eines Neo-liberalen sozial-feudalismus, in dem sich selbst in die Tasche gewirtschaftet wird und der Bürger bevormundet wird und einem freien, selbstbestimmten Bürger der nicht übergangen sondern mit einbezogen werden will.

Diese Kluft tritt immer deutlicher, immer stärker an die Oberfläche. Es ist ein Krieg der Werte in dem wir uns befinden und der die Idee eines vereinten Europa mächtig auf die Probe stellt. Denn Europa ist die Institution über den Institutionen. Sie ist das wichtigste politische Konstrukt hat aber ein großes Problem: Der weit aufgeblähte Beamten-Apparat fungiert als eigenständiges nicht einsehbares System, ist maximal weit von der Lebenswirklichkeit der europäischen Bürger entfernt greift aber im Gegenzug dazu maximal in deren Leben ein. Ein Widerspruch. Wir sehen die weitreichenden europäischen Entscheidungen was Flüchtlings- und Einwanderungspolitik, Wirtschaftspolitik oder rund um den Green Deal angehen. Die Entscheidungen zum Thema Datensicherheit und Eingriffe in digitale Prozesses, Sicherheit, Überwachung und Terror-Abwehr greifen so tief in das Leben jedes einzelnen ein, ohne dass dieser überhaupt die Zusammenhänge versteht. Und wenn nur die medial akkurat angepassten Phrasen des Mainstreams hört, die ihm die Richtigkeit bezeugen. Dass CO2 böse ist und es keine Probleme mit dem Islam gibt.

Diversität, wie sie aber in unterschiedlichen Kulturen, Bevölkerungsgruppen und einzelnen Menschen vorkommen werden marginalisiert. Um politische Entscheidungen durchzudrücken bedarf es einer flächendeckenden Gehirnwäsche und Täuschung, bzw. Meinungsmache, um diverse Meinungen auszuschalten die nicht politisch zum Ziel führen. Das Kernproblem der EU hat sich längst in den Terroranschlägen, der Corona-Krise und dem ewigen Drama mit der EZB entlarvt:

Diversität ist nur so lange geduldet und gewollt, wie diese eben nicht mit politischen und lobbyistischen Zielen kollidiert.

Jede Institution, jede Ausrichtung vertritt ihre eigene Vorstellung. Ob es die Idee eines vereinten Europas ist oder der Demokraten oder der Republikaner. Ob es die Alu-Hut-tragenden Verschwörungsaposteln sind oder die Corona-Gesundheits-Jünger. Jede einzelne Gruppierung hat ihr eigenes Weltbild, ihre eigene Idee und ihre eigenen Ziele. Das ist völlig normal.

Was aber jetzt geschieht ist, dass diese diversen Ziele und Ideen mit dem allgemeinen europäischen politischen Kurs der Gleichförmigkeit kollidieren. Daher bilden sich diese Extreme jetzt um so deutlicher aus, weil sie in der Ideologie eines vereinten Europas ausgemerzt werden sollten. Es soll ja alles aneinander angeglichen werden, alles soll für alle gleich sein, nur doof, wenn man nicht versteht, dass kulturelle Vielfalt nicht bewahrt werden kann, in dem diese mit anderen gleich gemacht und die Unterschiede angeglichen werden müssen. Politik entsteht aus Kultur. Ein Grund warum sich die Ostblockstaaten gegen die EU-Idee wehren, die haben eine völlig andere kulturelle Einstellung. Das darf doch sein!

Die Ausbildung von extremen Meinungen und Polaritäten nimmt vor dem Hintergrund einer starken Politisierung und Steuerung von Meinungsbildungsprozessen, die zum Ziel hat die Meinungen zu kontrollieren und gleich zu machen zu! Deshalb kommen auch so paradoxe Geschichten dabei raus, dass von Demokratie und Offenheit geredet wird, aber immer mehr diverse Fakten und Meinungen ausgegrenzt werden. Sie passen nicht in das links-orientierte politische Milieu, das Fahrwasser, dessen Qualität gerade politische Entscheidungen bestimmt.

Fazit:

Da wo Diversität zu Gunsten politischer Ziele ausgemerzt wird, werden demokratische und vielfältige Meinungsbildungsprozesse egalisiert. Diese Egalisierung führt zu einer Verdrängung und Unterdrückung dessen, was aber nicht verleugnet werden kann: Die Unterschiedlichkeiten von Menschen. Geschlechtern, Gruppen, Religionen, Kulturen. Mit dieser Unterdrückung der Diversität bastelt man Stück für Stück an einem neuen totalitärem Regime, weil nicht wahrgenommen wird, dass der Preis für politisch verordnete Einheit und Frieden die Unterschiedlichkeit ist. Dieser Spannungsbogen wird nicht bedacht und wird demnächst knallhart in die andere Richtung schnappen.

Und das wird nicht schön, denn wir wissen alle was rot und grün zusammen ergeben, nämlich braun.

In diesem Sinne einen schönen Sonntag.

Mein Kaffee ist jetzt auch leer.

(Bild: congerdesign auf Pixabay.com)

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